sechsundzwanzigsechs

by franziskadie

Eigentlich wollte ich über die Rolling Stones schreiben. Nein, halt, nicht die Rolling Stones generell. Die Rolling Stones in Wien. Mit mir im Publikum. Aber es hat mich einfach nicht gepackt. Aber, etwas Anderes hat mich mitgerissen. Ich würde gerne darüber schreiben, wie beschissen ich Gendering und Feminismus finde. Ja, ich hab's gesagt. Bitte kommt jetzt nicht auf die Idee zu lesen aufzuhören und vor meinem Haus auf mich zu warten, nur um mich dann ziemlich schmerzvoll umzubringen, ich erkläre das ja.
Also: Gendering. Darüber habe ich mit meiner Mama einmal einen sehr amüsanten Artikel von dem Herrn Tassilo Wallentin gelesen. Zusammengefasst stand da einfach drinnen, dass man nicht so übertreiben soll und wir weder SchülerInnenhelferInnen noch Kinder-PinguinInnen im Kühlregal brauchen. Der Meinung des siebzehnjährigen Mädchens hinter dem Bildschirm nach ist dieses mega übertriebene Gendering für reiche, weiße, "alternative" Frauen, die zu faul dafür sind wirklich etwas zu verändern. Sie stürzen sich auf Jeden, der sie nur schief anschaut oder keine BlumInnen auf dem Balkon pflanzt.
Natürlich, nach siebenundsechzig Jahren ist es Zeit für die Töchter in unserer Hymne, sehe ich auch so, aber es muss nicht sein. Ich weiß, dass ich ganz genauso wichtig bin wie ein Sohn. Und wenn dieser Sohn das nicht einsehen möchte, dann ist er ein Idiot und ich sollte mich nicht mit solchen Menschen umgeben. Punkt. Wir müssen keine bösen, offenen Briefe schreiben und all unsere Energie so verschwenden. Stattdessen sollten wir unsere Energie nutzen, um zu zeigen, dass wir wichtig sind.
Was mich aber am Meisten stört ist, dass es uns als Frauen wirklich gut geht. Wir werden zumindest vom Staat als gleichwertig anerkannt. Von der Kirche fange ich lieber nicht an, sonst hört dieser Post nie auf.
Kurz und bündig: Wir, hier in Österreich, sind genauso viel wert wie Männer. Theoretisch zumindest. Aber das genügt mir, denn an vielen Orten der Welt ist das nicht so. Meine Frage jetzt: Warum zur Hölle verschwenden so viele Frauen ihre Zeit an blöde "Volksrocker" und andere komplett unnötige Sachen? Uns geht's eh gut, was ist mit den Anderen? Haben die kein Recht auf eine freie Wahl der Kleidung, auf Bildung, auf eine Meinung? Auf Anerkennung? Wir müssen Prioritäten setzen. Und meine liegen ganz sicher nicht beim Gendering.
Auch Feminismus im Allgemeinen finde ich scheiße. Der Duden sagt Feminismus ist eine "Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt". Feminismus steht also für Gleichheit. Equality. Keine Rollenverteilung, kein bevorzugtes Geschlecht. Equality. E-qual-i-ty. Ich hoffe spätestens jetzt ist offensichtlich, worauf ich hinaus will. Warum heißt es immer noch Feminismus? Wer ist je auf die Idee gekommen diese Bewegung Feminismus zu nennen? Das ist so, als würde ich meine Anti-Rassismus-Gruppe "Ich hasse dich weil du einmal Neger gesagt hast!" nennen. Keine Angst, diese Gruppe existiert nicht. Aber wenn sie existieren würde wären ihre Mitglieder doch ziemliche Heuchler. Denn es ist auch nicht ok Männer niederzumachen, nur weil sie Männer sind. Das hatten wir doch schon mal, jetzt müssen die Frauen beziehungsweise die Feministinnen lernen, dass nicht hinter jedem Satz eine sexistische Botschaft steckt. Ich sage nicht, dass jede Feministin eine aggressive, scheinheilige, verrückte Frau ist, aber ich kenne genug. Und das ist nicht ok.
Ich brauche keinen Feminismus, ich will nicht gehätschelt werden, nur weil ich eine Frau bin. Ich will nicht einen Job bekommen, weil eine Firma eine Frauenquote zu erfüllen hat. Ich will, dass jeder die gleiche Chance hat und niemand ausgeschlossen wird. Ich will Equalismus.